Berufsorientierung an der ERS – ein erweitertes Angebot

Der Dialog zwischen unserer Schule und den Industriebetrieben, dem Einzelhandel und den sozialen Einrichtungen in der Region besteht zwar schon seit Jahren, blieb aber im Wesentlichen nur auf die einwöchige BORS-Woche beschränkt.

Immer wieder klagen Schüler und Eltern, dass dieses einwöchige Betriebspraktikum viel zu kurz sei um Einblicke in die Berufswelt zu erhalten. Auch Ausbilder weisen immerwieder daraufhin, Unternehmen und Schulen würden viel zu wenig von einander wissen.

Die Berufswahl ist sicherlich eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben und stellt für die meisten Schüler einen langen Weg dar. Um unseren Schülern ihre „Berufswegeplanung“ ein Stück weit zu erleichtern, bietet die ERS – angeregt von der IHK Reutlingen – ein Projekt an unter dem Motto:

„Wirtschaft macht Schule“

Ziel ist es, eine langfristige Kooperation zu schaffen zwischen Schulen und einem oder mehreren Betrieben in der Region.
 
Die Eichendorff-Realschule arbeitet somit mir den unterschiedlichsten Lernpartnern zusammen.

Das bedeutet, dass wir in Zukunft unser bisheriges Modell des einwöchigen Praktikums, dessen Teilnahme für jeden Schüler/Schülerin der Klasse 9 verpflichtend ist, durch ein umfassendes Rahmenprogramm erweitern können:
 
  • Informationen zur Ausbildung im Einzelhandel, zum Anforderungsprofil,

  • Informationsveranstaltung für Eltern, Schüler und Lehrer,

  • Projektorientiertes Arbeiten für interessierte Schüler in Gruppen mit folgenden Schwerpunkten:

    • Betriebserkundung, Struktur u. Organisation, Umgang mit Kunden, Verkaufsgespräch, Ausbildungsvertrag, u.a., Warenwirtschaft, verkaufsfördernde Maßnahmen,

    • Möglichkeit ein zweites Praktikum zu machen,
      (siehe Lernpartnerschaften)

  • Erfahrungsaustausch und Feedback.

 

Wir möchten unseren Schülern und Schülerinnen projektorientiertes Arbeiten dieser Art in möglichst vielen Berufssparten ermöglichen, deshalb sind „Lernpartnerschaften“ mit weiteren Betrieben und Einrichtungen in der Region geplant oder haben schon begonnen.

 

Bericht über das projektorientierte Arbeiten in Gruppen

Im April nahm ich zusammen mit ein paar Mitschülern am projektorientierten Arbeiten für Einzelhandelskaufleute in der Galeria Kaufhof teil.

Zuerst haben wir mit vier Azubis über das Kassensystem gesprochen.

Es gibt ein Übertragungssystem, das alle Artikel beim Kassieren auf den Hauptrechner überträgt.
Das ist wichtig für das automatische Bestellsystem.

Beim Kassiervorgang selbst muss man immer freundlich zu den Kunden sein. Die eingekauften Sachen dürfen erst zuletzt in die Tüte eingepackt werden, da sonst die Kunden mit der Tüte gehen könnten ohne zu bezahlen. Es gibt verschiedene Zahlungsmittel wie Bargeld, Schecks, Kreditkarten und EC-Karten.

Was ich interessant fand, war, dass Kaufhof einen eigenen Sender hat. Diesen kann aber nur Kaufhof selbst empfangen. Die Sendung heißt Aligator: Jede Woche wird ein Kaufhof aus einer Stadt vorgestellt. Diesmal war Ulm dran. Aligator produziert eine eigene Soap.

Zuletzt haben wir ein Rollenspiel gemacht: Die Schüler waren die Kunden und die Azubis die Kassierer. Die „Kunden“ hatten verschiedene Probleme: Z.B. wurde eine Jacke gekauft, der ein Knopf fehlte, etwas zurückgegeben, usw. Die Azubis mussten situationsgerecht reagieren und dabei natürlich immer freundlich sein. Um 13 Uhr sind wir wieder gegangen, die Azubis hatten noch bis 17 Uhr Schulung.

Ich denke, man sollte Betriebsschulungen dieser Art unbedingt weiterhin anbieten. So können Schüler und Schülerinnen, die noch nicht wissen, was sie werden wollen, in verschiedene Berufssparten hineinschnuppern.

Carola Walz, Klasse 9b