Verleihung in der IHK Reutlingen des BoriS-Berufswahl-Siegels an die Eichendorff-Realschule am 23.06.14, Laudatorin Katja Hofmann

v.l.n.r. Alexander Urban (Leitung des Landesprojekts), Lehrer Manfred Schechinger, Lehrerin Hülya Kizilkaya, Konrektor Erwin Uhl, Laudatorin Katja Hofmann


Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vertreter der Eichendorff-Realschule Reutlingen, sehr geehrter Herr Michelsburg, sehr geehrter Herr Schechinger, sehr geehrte Frau Kizilkaya,

„Nichts ist so beständig wie der Wandel“, sagte einst Heraklit von Ephesus.

Und diese Veränderung hat auch die Realschule getroffen. Als Herr Hipp, Frau Krajka und ich 2011 das Audit zur Erstzertifizierung durchgeführt haben, konnten wir uns von der hohen Qualität in der Berufs- und Studienwahlorientierung überzeugen und diese Leistung wird nun mal von Menschen gestemmt, die mit viel Leidenschaft und hohem Engagement arbeiten. Frau Grimm war hier mit ihrer jahrelangen Erfahrung und hervorragenden Kontakten in die Wirtschaft eine Schlüsselfunktion und ging nun in die Rente. Und 2014 war die Situation an der Schule völlig verändert, es gab ein ganz neues, unerfahrenes Bors Team, und wir waren sehr gespannt, wie das neue Team die hohen Anforderungen meistert, die Messlatte lag ja sehr hoch.

Und wir sind begeistert!

Diese Realschule hat Vorbildcharakter und warum, das werde ich ihnen nun vorstellen.

Als wir zum Audit kamen und die Tür zum Besprechungszimmer öffneten, zeigten sich mehrere Stellwände mit vielen Moderationskarten, eine perfekt vorbereitete Ordner-Dokumentation und ein liebevoll gedeckter Tisch mit Blumen – vielen Dank. Und dann hörten wir in der Präsentation der Bors-Beauftragten, was in den vergangenen Jahren alles passiert ist, mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen hatten, aber vor allem wie sie alles gestemmt haben, um den Schülern weiterhin dieses hohe Niveau im Bereich Berufs- und Studienwahl zu bieten. Sogar die Empfehlungen der Jury aus der Erstzertifizierung wurden vorbildlich umgesetzt. Wir staunten und fragten uns, wie Sie dies geschafft haben.

Ein chinesisches Sprichwort sagt „Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen.“ Und was diese Windmühlen sind, das will ich Ihnen verraten:

Herausragend ist die Kommunikationskultur in der Eichendorff Realschule. Die Lehrer der 9-er Klassen haben ein eigenes Teamzimmer, so sind die Informationswege kurz und effizient. Doch nicht nur für die Lehrer, auch für die Schüler ist die Tür dieses Teamzimmers für Fragen immer offen. Soziales Kompetenztraining ist fester Bestandteil für Schüler ab der Klasse 5. Es gibt zudem eine Schulentwicklungsgruppe, die aktuelle Entwicklungen in der Bildungspolitik thematisiert und ein Kernteam von 10 Lehrern hat an der Fortbildung über 2 ½ Jahre zur Verbesserung der Kommunikationskultur teilgenommen.

Frischer Wind und neue Ideen, das war für uns deutlich spürbar. Z.B. mit neuen Konzepten. Da 55% der Schüler an der Eichendorff Schule Migrationshintergrund haben, besuchen Ausbildungsbotschafter mit Migrationshintergrund die Schule, um durch authentische Lebensberichte Schülern Mut zu machen und die berufliche Motivation zu fördern – auch Frau Kizilkaya hat diesen beruflichen Weg erfolgreich beschritten. Herr Schechinger kam in seinem „früheren“ Leben aus der Wirtschaft und bringt hier seine Erfahrung ein, und so sind die beiden ein ideales Team.

Besonders hervorzuheben ist jedoch eine Grundhaltung, die nicht in einer Bildungsarbeit festgeschrieben werden kann, sondern die viel tiefer und nachhaltiger für alle beteiligten Menschen wirkt.

Eine Veränderung zu meistern, Schlüsselpersonen zu ersetzen, ist im Change-Management von Unternehmen eine der schwierigsten Aufgaben. Damit so etwas gut gelingt, ist Führung enorm wichtig und dies zeigt sich an der Eichendorff Realschule insbesondere in

  • der Einstellung, Menschen etwas zuzutrauen,

  • ihnen zu vertrauen

  • und sie zu fördern.

Und genau diese Einstellung hat Herr Klaus Michelsburg, der 2010 die Schulleitung übernommen hat und somit auch noch verhältnismäßig „neu“ im Amt ist. An dieser Schule heißt TEAM nicht- toll, ein anderer macht’s. Sondern hier wird Freiraum für Entwicklung gelassen und gemeinsam Herausforderungen gestemmt. Mit Herrn Schechinger und Frau Kizilkaya konnten zwei neue Lehrkräfte gewonnen werden, die für die Schüler und die Konzepte an dieser Schule eine große Bereicherung sind.
In dieser Schule steht das Wohl der Schüler im Mittelpunkt, und die jungen Erwachsenen starten hervorragend vorbereitet in ihre berufliche Zukunft. Wenn ich nochmal zur Schule gehen müsste, dann hätte ich Lust auf diese Schule.
Meine persönliche Anerkennung an die Schulleitung und das Team, diese Herausforderungen so gemeistert zu haben, für die moderne, zukunftsfähige Führung und das gesamte Team der Eichendorff-Realschule Reutlingen für Ihren besonderen Einsatz.

Ich freue mich, dass mit dem BoriS-Siegel Ihre Leistung öffentlich anerkannt wird, danke für die gute Zusammenarbeit mit der IHK Reutlingen, Frau Willumeit, Frau Geist, und ich gratuliere der Eichendorff-Realschule, im Namen meiner Teamkollegen Helga Krajka und Stefan Hipp, sehr herzlich zum Berufswahl-Siegel Baden Württemberg.

Herzlichen Glückwunsch!

Katja Hofmann
Jurorin BoriS/Laudatorin

 
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