Berufswahlsiegel

ImageLaudatorin   Katja Hofmann

Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Vertreter der Eichendorff-Realschule Reutlingen, sehr geehrter Herr Michelsburg, sehr geehrter Herr Uhl, sehr geehrte Frau Grimm, sehr geehrte Frau Hierholzer,

 

„Es gibt nichts gutes, außer man tut es“ sagte einst Erich Kästner.

 

Und davon macht die Eichendorff Realschule Reutlingen ganz schön viel!

 

Diese Realschule hat Vorbildcharakter und warum ich dies so locker behaupte möchte ich Ihnen nun erzählen:

Ein Audit mit „3 Fragezeichen“

Am Morgen des Audit stand ich vor einem riesen Schulgebäude. Die Eichendorff Realschule ist nicht nur eine große Schule mit über 880 Schülern, sondern hat auch mehrere Schulgebäude, und so lösten sich meine Fragezeichen im Kopf „wo ich denn hin muss“,als mich eine Schülerin am Schulhof im Empfang nahm. Mit perfekten Handschlag und „guten Morgen Frau Hofmann“. Meine 1. Fragezeichen: Die Schülerin war vorbereitet, kannte zu meinem Gesicht, meinen Namen! Wow!

So gingen wir beide zum Veranstaltungsraum. Es öffnet sich die Tür und wie Sie wissen, sind dahinter bei einem Audit üblicherweise ein Tisch mit Getränken und 3- 4 Lehrern, die Schulleitung und wenn Sie später dran sind wie ich an diesem Morgen Ihre Jurorenkollegen.
Normalerweise!

Hier ist das Fragezeichen Nr. 2:

Als ich die Tür des Auditzimmers in der Eichendorff Realschule öffnete war es völlig anders.

Ich hörte viele Stimmen, ein Stimmengewirr, also unmöglich von 4-5 Personen. Als sich die Tür weiter öffnete und den Blick in den Raum frei gab, sah ich einen perfekten Veranstaltungsraum, mit Stuhlreihen, Projektor, Plakatwänden, Beamer, Laptop und unglaublich vielen Menschen, so ca. 20 Schüler und viele Lehrer. „Hier bin ich falsch“ schoss mir durch den Kopf. Ich komme nicht zu einer Schulveranstaltung, sondern zu einem Audit für das Boris-Berufswahlsiegel“ sagte ich irritiert. Doch meine Jurorenkollegen und ich waren richtig und wie, dass erlebten wir jetzt.

Es begann mit einer Art Theateraufführung. Die Schüler zeigten was sie in ihrer Schule gelernt haben. Sie nahmen uns mit auf ihre Entwicklungsreise für ihren Berufs- und Studienweg.

Wir sahen, wie sich Schüler auf der Bühne unterhielten, was Sie denn nach der Schule machen sollen und keine Ahnung haben, welcher berufliche Weg zu ihnen passt, mit ihren persönlichen Zielen und Fähigkeiten. Ein Schüler saß auf einem Stuhl, an dem lauter Fahnen mit Fragezeichen befestigt waren. Für jede Fragen die er im Kopf hatte zu seiner Berufsorientierung. Nun wurde uns Zuhörern versprochen, bei der Eichendorff Realschule findet man seinen Weg und Antworten auf die quälende Frage „Was mache ich bloß nach der Schule?“

Über 20 Schüler haben mit ihren Lehrern ein ideenreiches Programm vorbereitet, wie vielfältig und sinnvoll die Berufsvorbereitung auf der Eichendorff Realschule ist. Wir erlebten eine lebhafte Vorführung mit allen Präsentationstechniken, Videos, Interviews mit Unternehmen, Fotos. Spektakulär war der Rap über die coole Berufsvorbereitung von Schülern, den Sie uns vorsangen  und tanzten.

Und nach jeder Präsentation wurde es eine Fragezeichenfahne weniger, am Stuhl es Schülers. Am Ende waren alle Fragezeichen im Kopf des Schülers beseitigt und der weitere Weg nach der Schule nun ganz klar.

Wow, so ein Audit hatte ich noch nie erlebt.

Danach waren die Einzelbefragungen dran - ohne das Beisein der Lehrer und Schulleitung.
 
Doch auch hier zeigte sich deutlich, die Jugendlichen sind bereit Verantwortung zu übernehmen und sich anzustrengen.
 
Eine gute Voraussetzung für den späteren Berufsweg. Besonders wertvoll finden die Schüler die Förderung für den Einzelnen. Der Deutschlehrer recherchiert in der Freizeit wo Kontakte zur Physik sind, damit der Schüler ein passendes Praktikum findet.

Der Einsatz der Lehrer an der Eichendorff Realschule hat für die Schüler Vorbildcharakter.

In den Schülergesprächen fiel die hohe Identifikation mit der Schule auf. Bemerkenswert war, dass die Schüler und Schülerinnen sagten, dass sie gerne zur Schule gingen, stolz auf ihre Schule waren und sich in der Realschule gefördert fühlen.

Und eine Schülerin berichtete, sie kam von einer anderen Schule und hatte einen Vergleich, wie es woanders läuft.

Ihr Fazit: das was hier läuft ist richtig klasse!
 
Zu Schuljahresbeginn erhalten die Schüler der Klasse 9 einen BORS-Fahrplan. Dieser wird auch in den Elternabenden vorgestellt. Es gibt in der Schule der Jahrgangsstufe 9 Infostellwände und eine BORS-Ecke. Die Realschule verfügt über ein stimmiges BORS Konzept. Die Schule hat ein großes und langjähriges Netzwerk mit lokalen Unternehmen. Es finden außergewöhnliche Betriebsbesichtigungen statt z.B. „Galeria Kaufhof bei Nacht“, Benimmtrainings und Bewerbertrainings. Es findet eine regelmäßiger Erfahrungsaustausch im Bors-Kontaktkreis statt.

Herausragend ist die Kommunikationskultur in der Eichendorff Realschule
. Die Lehrer der 9-er Klassen haben ein eigenes Teamzimmer, so sind die Informationswege kurz und effizient. Doch nicht nur für die Lehrer, auch für die Schüler ist die Tür dieses Teamzimmers für Fragen immer offen.

Die Schüler stehen an dieser Schule im Mittelpunkt.
 
„The Winner is“ – interner Schulwettbewerb an der Eichendorff Realschule - Die Klasse mit dem überzeugendsten Konzept für die Berufsvorbereitung gewinnt!

Die Projektwoche der Klasse 9 endet mit einem Präsentationstag, in dem jede Klasse selbstständig den Betrieb und verschiedene Berufsfelder der jeweiligen Betriebe einer Jury vorstellen, Die Klasse mit der besten Präsentation gewinnt den Wettbewerb.

Besonders hervorzuheben ist jedoch eine Maßnahme, die nicht in einer Bildungsarbeit festgeschrieben werden kann, sondern die viel tiefer und nachhaltiger für junge Menschen im Leben wirkt.

Und dies ist, die positive Grundhaltung gegenüber der „neuen Generation“. Dies zeigt sich
insbesondere in:
  • der Förderung,

  • der achtungsvolle Umgang,

  • des Zutrauens
gegenüber der Jugendlichen, deren Verhalten in der Pubertät sicher häufig mehr als Verständnis fordert.
 
Vielen Dank für Ihr Wirken und Ihre Arbeit.

Ich freue mich, dass die Baden Württemberg Stiftung unserer Empfehlung gefolgt ist, danke für die gute Zusammenarbeit mit der IHK Reutlingen Frau Willumeit-Reichenecker, Frau Geist und ich gratuliere der Eichendorff-Realschule, im Namen meiner Teamkollegen Helga Krajka und Stefan Hipp, sehr herzlich zum Berufswahl-Siegel Baden Württemberg.
 
Herzlichen Glückwunsch!
 
 
Katja Hofmann
Jurorin BoriS/Laudatorin
 
 
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