Mädchen entscheiden sich im Rahmen ihrer Ausbildungs- und Studienwahl noch immer selten für technische Felder wie den Metall- oder Elektrobereich. Trotz besonders guter Schulbildung schöpfen sie damit ihre Berufsmöglichkeiten nicht voll aus. Die Girls’Day Akademie möchte deshalb Mädchen der Klassenstufe 9 in der Phase der Berufsorientierung die Welt der Technik und Naturwissenschaft auf interessante Weise näher bringen.

Am Donnerstag, 9.7. präsentierten deshalb Teilnehmerinnen der diesjährigen Girls’Day Akademie im Rahmen der Berufsorientierung an der Realschule (BORS) ihre Erfahrungen und Ergebnisse den Schülerinnen der Klassenstufe 8, um diese für eine Teilnahme im kommenden Jahr zu begeistern. Kerstin Beck von der Beruflichen Bildung gGmbH (BBQ), die die Girls’Day-Seminare seit Jahren durchführt, stellte zu Beginn die Ziele des Projekts vor, das von der Südwest-Metall und der Bundesagentur für Arbeit finanziell getragen wird. Mädchen ohne technische oder naturwissenschaftliche Vorkenntnisse sollen in „frauenuntypische“ Berufe reinschnuppern und feststellen können, ob das später eine berufliche Perspektive für sie sein könnte. Dabei lernen sie namhafte Betriebe der Region kennen und sprechen vor Ort nicht nur mit Auszubildenden, sondern können auch weibliche Vorbilder kennen lernen, die mit Erfolg in technischen Berufen arbeiten.
Das Girls’Day Akademieprojekt beginnt für die Mädchen aus verschiedenen Reutlinger Realschulen zu Beginn des Schuljahres mit einem erlebnispädagogischen Tag. Die Teamorientierung steht dabei im Vordergrund, denn ohne die Zusammenarbeit als Gruppe geht es nicht. Mit auf dem Programm sind auch Kurse zu Bewerbungstraining, Präsentationstechnik, Methodentraining, Projektmanagement, so wie Seminare zur Zukunfts- und Lebensplanung. Ungefähr alle zwei bis drei Wochen mittwochs finden die Veranstaltungen statt. Für ganztägige Ausflüge sind die Mädchen vom Unterricht frei gestellt. Am Ende gibt es ein Zertifikat, das späteren Bewerbungsunterlagen beigelegt werden kann.  

Einige der Schülerinnen der Eichendorff-Realschule stellten dann Betriebe vor, die sie im Rahmen der Girls’Day Akademie besucht hatten. Tiffany und Barbara  aus der 9d berichteten vom Unternehmen Elring-Klinger in Dettingen an der Erms.  Beim Hersteller von Dichtungen, Ersatzteilen und Kunststoffprodukten hatten sie die Gelegenheit nach einer Betriebsführung auch praktische Erfahrungen zu sammeln. In der Ausbildungswerkstatt konstruierten sie in Zusammenarbeit mit den dortigen Azubis selbstständig ein Schloss.
Sanja und Kassandra aus der 9e schilderten ihre Erfahrungen bei der Foerster Group, die ihren Firmensitz im Reutlinger Industriegebiet im Laisen hat und einer der weltweiten Marktführer im Bereich der zerstörungsfreien Material- und Magnetprüfung ist. Dort lernten sie den Beruf des Fachinformatikers und verschiedene elektrotechnische Berufe kennen. Stolz präsentierten sie die Ergebnisse ihrer praktischen Arbeit: Mäuse aus Kunststoff mit blinkenden LED-Augen.

Juliana , die ebenfalls die 9e besucht, berichtete zum Schluss von einem ganztägigen Ausflug zur Experimenta in Heilbronn, wo sie die Gelegenheit hatten in Eigenarbeit ein Solarmobil zusammenzubauen. Juliana hatte im letzten Schuljahr von anderen Schülerinnen mitbekommen, dass die Girls’Day Akademie „voll cool“ ist und sich dann im letzten Herbst zur Teilnahme entschlossen. „Es ist interessant, weil wir viel über technische Berufe erfahren haben.“ Den anwesenden Schülerinnen empfiehlt sie deshalb die Teilnahme im kommenden Schuljahr. Die Achtklässlerinnen bedankten sich am Ende mit einem herzlichen Beifall.
Hinweis: die Mädchen der 8. Klassen erhielten ein Informationsblatt und die Anmeldeunterlagen mit Einverständniserklärung der Eltern. Diese sollten bei den Klassenlehrer/innen möglichst bis zum 17.7. abgegeben werden.
Bericht: Manfred Schechinger (BORS-Beauftragter)

 
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