Ausstellung - Naturkundemuseum zeigt »Spuren«

Natur geht in Druck

REUTUNGEN. Das Projekt ist etwas Besonderes: Schüler der Klasse 9b der Eichendorff-Realschule haben nicht nur im Kunstunterricht mit allerhand Naturmaterialien gedruckt und dabei ganz bemerkenswerte Bilder geschaffen, sie stellen ihre Werke ab heute auch in der Ausstellung »Spuren« im Naturkundemuseum am Weibermarkt aus. Zudem haben sie die komplette Schau selbst organisiert und realisiert. Mit dem Erlös aus dem Verkauf der Werke soll die Abschlussfahrt der Klasse nach Berlin im kommen den Jahr bezuschusst werden.

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Barbara Karwatzki, Leiterin des Naturkundemuseums, ist begeistert von der Arbeit der 26 Schüler. Idee, Planung, Gestaltung, Vorbereitung der Eröffnung, Reden, Catering, Pressekonferenz alles haben die in Gruppen eingeteilten Schüler übernommen. Ursprünglich wollte Kunstlehrerin Tanja Stein, die das Projekt betreut, mit den Werken an einem Schulkunstwettbewerb des Regierungspräsidiums teilnehmen, der unter dem Motto »Spuren« stand. Da aber vermutlich viele der Bilder verkauft werden, bleibt nichts mehr zum Einreichen.

»Die Schüler haben da sehr viel Freizeit reingesteckt«, lobt Tanja Stein das Engagement. Die Schüler wiederum attestieren der Lehrerin starke Nerven. Mit der Drucktechnik sei viel experimentiert worden. Alles, was eine interessante Struktur aufwies, kam zum Einsatz. Neben Walnüssen, Zweigen und Muscheln sind auch ein Golfball oder eine Schuhsohle auf Tonplatten eingedrückt und später mit Farbe abgezogen worden. Professionelle Unterstützung erhielten die Schüler vom Reutlinger Galeristen Wilfried Thron. Der erläuterte den Schülern bei einem Besuch, auf was es bei einer Ausstellung ankommt.
Wie bei echten Profis werden auch bei der Schülerausstellung fleißig Punkte geklebt - selbst verkaufte Werke sind so noch bis zum 6. Februar 2007 in 21 Rahmen zu sehen. »Der Preis soll die Käufer nicht abschrecken«, sagt Dimitrios Megas und erläutert die Preisfindung. »So schief gehen kann es nicht, wir haben unser Bestes gegeben«, betont Yannick Ortanca und gibt sich zuversichtlich.
Damit die Schau von der Dauerausstellung im Erdgeschoss abhebt, wurden die Wände von den 14 bis 17jährigen Schülern gelb angestrichen. »Sie sollte als Einheit erkennbar sein«, sagt Barbara Karwatzki. Der Aufbau der Marke »Eigenbau«, so die Museumsleiterin, ist kompliziert und arbeitsintensiv gewesen. »Wir sind stolz darauf so etwas Großes auf die Reihe bekommen zu haben«, freut sich Dimitrios Megas. (mwm)


aus: Reutlinger General-Anzeiger vom 21.12.2006

 
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